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Zäh und überspannt

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Kommissarin Edwige Marions Leben soll zukünftig in geordneten Bahnen laufen. Seit fünf Monaten hat sie einen festen Lebensgefährten, Léo Lunis, der ihr dienstgradmäßig unterstellt ist, was die Beziehung nicht einfach macht. Sie hat ein Haus im Vorort von Lyon bezogen, weg aus der unruhigen City, denn sie wird Nina, die Tochter eines verunglückten Kollegen adoptieren.

Aber immer noch beschäftigt sie ein bereits abgeschlossener Fall. Julie Rouvres wurde vergewaltigt und hat sich angeblich danach von einer Brücke gestürzt.

Nach einer weiteren Vergewaltigung lässt Edwige Marion nicht mehr locker. Sie geht allen noch so aussichtslosen Spuren hartnäckig nach, um dann immer mehr Hinweise gegen ihren eigenen Partner aufzuspüren und sich samt ihrer Tochter in Gefahr zu bringen.

 

Diesen Krimi empfand ich zäh und unglaubwürdig. Sicher sind die meisten Krimis fiktiv und der Phantasie der Autoren entsprungen. Sie können auch außergewöhnliche und verrückte Einfälle haben, aber sie sollten nachvollziehbar und glaubwürdig sein.

Edwige Marion, was für ein Name, erscheint mir nicht authentisch. Sie ist die Vorgesetzte, verhält sich aber nie wie eine. Ein Geliebter aus dem eigenen Team ist schon selten, aber ihr Verhalten während der Ermittlungen, ihre Diskussion und Argumentation Vorgesetzten und ihrem eigen Team gegenüber sowie ihre Reaktion auf den unwiderstehlichen Sam konnte ich nicht nachvollziehen und ging mir zwischenzeitlich auf die Nerven.

Zäh wirkte vor allen Dingen das Fortkommen der Ermittlungen. Vieles wurde unprofessionell privat ermittelt und dann unter den Tisch fallen lassen, manches wurde einfach vergessen nachzugehen. Wären nicht die Zahl der Vergewaltigungen immer höher geworden und auch Ninas Leben in Gefahr gekommen, wäre es sicher einfach so weitergegangen. Auch die Befragung der Vergewaltigungsopfer diente ausschließlich der privaten einseitigen Ermittlung der Edwige Marion.

Nein, das war kein spannender und unterhaltsamer Krimi, deshalb leider nur zwei Sterne.

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