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Sarah Pirohl, ehemalige Polizistin in Rostock, wagt auf Bornholm den Neuanfang. Ab sofort arbeitet sie als Verbindungsbeamtin zur dänischen Polizei.
Hannah Jakob, Sarahs Freundin aus Berlin, Psychologin in der dortigen Vermisstenabteilung, bittet Sarah um Hilfe. Timo, 18-jähriger Stiefsohn eines renommierten Arztes der Charité, wird seit 14 Tagen vermisst. Er beendete den Familienurlaub auf Bornholm vorzeitig, um einen Ferienjob anzutreten, aber ist offensichtlich nie in Berlin angekommen. Ein Freund von ihm, der ihn auf Bornholm besucht hat, ist zwischenzeitlich auf einem Musikfestival ermordet worden.
Gibt es einen Zusammenhang?
Leider hatte ich nicht, wie vom Netgalley-Team vorgeschlagen, vor der Anfrage eine Hörprobe angehört.
Die ersten Notizen, die ich mir zu diesem Hörbuch gemacht habe: Die Sprechweise der Sprecherin Elke Appelt empfinde ich eintönig und monoton.
Ich habe schon viele Hörbücher gehört. Bei manchen Sprechern, die sehr oft Schauspieler sind, bekommt man allein durch die Sprechweise und ihre Stimme eine Gänsehaut. Panik, Hektik und auch Langeweile werden stimmlich ausgedrückt. Der Text, den sie sprechen und die Geschichte, die sie dabei erzählen, werden von ihrer Stimme und Emotionen unterstützt.
Das alles fehlte mir in diesem Hörbuch. Dazu kam, dass Frau Appelt sich besonders schwer in den Dialogen zwischen Männern getan hat. Es klang für mich unnatürlich. Auch zwischen Sarah und Hannah waren die Stimmen nicht eindeutig den verschieden Charakteren zuzuordnen. Das Ganze war dem Hörgenuss und auch der Spannung abträglich.
Auch wenn ich mich stellenweise über die Sprecherin ärgerte, habe ich realisiert können, dass „Bornholmer Falle“ ein spannender Kriminalroman ist. Das Vorgängerbuch „Bornholmer Schatten“ habe ich nicht gelesen, aber eingangs wurden vergangene Fälle angerissen und kurz die Vergangenheit von Sarah und Hannah beleuchtet. Nötige Information, die zum Verständnis der Verhaltensweisen der Protagonisten wichtig waren.
Zuständigkeiten und Ermittlungsaufträge außer Acht lassend, wühlen Sarah und Hannah mit ihren jeweiligen Teams, offiziell und inoffiziell durch einen Fall enormer Tragweite.
Die Charaktere sind gut beschrieben. Der Leser bekommt ein differenziertes Bild von den beiden Protagonistinnen. Die Verbrechen und Gewaltstrukturen, die in diesem Fall aufgedeckt werden, sind der Hammer. Wieder ist es der Beharrlichkeit und dem Bauchgefühl einzelner Beamten und Beamtinnen geschuldet, dass komplizierte und nicht eindeutige Fälle gelöst werden oder ihnen erst einmal nachgegangen wird. Möge es in der Realität ähnlich funktionieren! Den Hangover am Ende des Krimis hätte es nicht bedurft, um dem Leser zum Kauf des Folgebandes zu animieren. Ich empfand es eher störend, weil man zum Ende nicht ruhig Aus-bzw. Durchatmen konnte, nach einem spannenden Krimi.
Abschließend muss ich leider noch einmal festhalten, dass meiner Meinung nach Autorin und Sprecherin nicht perfekt miteinander funktionierten. Ich würde jederzeit wieder ein neues Buch der Autorin lesen, als Taschenbuch oder E-Book.
