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Während der Pandemie hat Hape Kerkeling Ahnenforschung betrieben und lässt uns an der abwechslungsreichen Geschichte seiner Vorfahren teilhaben.
Gleichzeitig gibt er uns einen tiefen Einblick in entscheidende Etappen seines privaten und beruflichen Lebens.
Es ist eine besondere Form einer Autobiographie.
Das besonders gute und schöne Hörerlebnis, wenn Hape Kerkelings sein neustes Buch präsentiert, hatte ich schon einmal vor vielen Jahren. „Ich bin dann mal weg“ hat mich schlicht begeistert und abgeholt. Hape Kerkeling hatte seine Erfahrungen und Beschwernisse so lebhaft geschildert, dass man sich mit ihm auf dem Jakobsweg wähnte.
Dem entsprechend neugierig war ich auf seine angekündigte Ahnengeschichte. Leider ist seine Ahnengeschichte sehr kompliziert und umfangreich. Zudem hat er einige familiäre Dialoge und Ereignisse dazu phantasiert, um Zusammenhänge und gesellschaftliche Modalitäten zu verdeutlichen. Zusätzlich wurde seine Ahnengeschichte mit autobiographischen Einschüben unterbrochen, was mich vollends durcheinandergebracht hat. Ich hatte den Eindruck, dass kein Erzählstrang richtig zur Geltung gekommen ist.
Hatte ich mich gerade im Amsterdam des 17. Jahrhunderts eingefühlt, wechselte Hape Kerkeling zur ersten großen Liebe seines Lebens, um daran anschließend seinem Ururgroßvater seine Liebe wegen falscher Religionszugehörigkeit verbieten zu lassen.
Die Wechsel waren mir zu abrupt und zu häufig. Dazu gesellten sich noch die nicht glaubwürdigen Erzählungen seiner dementen Großmutter, die sich später doch als richtig entpuppten. Ich fürchte, weniger wäre mehr gewesen.
