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Lizzie hat ein albtraumhaftes Wochenende vor sich.
Gerade aus einer Entzugsklinik entlassen, soll sie im Haus des neuen Ehemanns ihrer Mutter deren Hochzeit nachfeiern. Mit dabei ist ihr Bruder, dem sie, während ihrer Suchtphase übel mitgespielt hat. Die Fahrt zum Haus ist alles andere als harmonisch, insbesondere als sie den letzten Kilometer zu Fuß durch einen dichten, düsteren Wald zurücklegen müssen und dabei feststellen müssen, dass sie keinen Handy-Empfang mehr haben.
Am ersten Abend findet noch jemand den Weg zum Haus. Er überrumpelt und verunsichert alle Anwesenden und bedroht die Familienzusammenführung.
Als ein atmosphärischer Thriller aus Irland angekündigt, kam die Spannung aber erst langsam in Gang. Zu viele Verletzungen, Brüche und Wunden mussten erklärt und beleuchtet werden. Trauer, Missverständnisse, überforderte Vergebungen, Trotz und immer wieder schlechtes Gewissen waren mir an Lizzies Emotionen zu viel und zu betont.
Gegen Mitte des Thrillers wurde es endlich spannend. Fassaden bröckelten, Geheimnisse wurden erahnt, um dann ganz anders gelüftet zu werden. Jeder misstraute jedem und rundherum der tiefe, fast undurchdringliche Wald. Das war schon gruselig.
Lizzie war offensichtlich die Einzige, die Schlüsse aus ihren Beobachtung ziehen konnte. Dabei war sie aber sehr sprunghaft und impulsiv.
Ich konnte mit keinem Protagonisten warm werden. Irgendwie waren alle außer Lizzie nicht fassbar und nicht einzuschätzen.
Nach vielen Wendungen und Verdächtigungen erschien mir das Ende konstruiert und unglaubwürdig.
Trotzdem war der Showdown spannend und Gänsehaut bildend geschrieben.
Alles in allem bei einigen Schwächen doch lesenswert.
