Veröffentlicht in Thriller

Das verlorene Dorf

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Eine schmerzhafte Trennung lässt die Allgemeinärztin Ellen an ihrem Geburtsort, ein kleiner Ort am Rand der Alpen, zurückkehren. Mit zwiespältigen Gefühlen richtet sie sich in ihrer Praxis ein, während auf der nahegelegenen Schanze ein grausamer, brutaler Mord geschieht.

Ein Mann wird mit Hilfe eines elektrischen Viehtreibers zur Schanze getrieben, um vom höchsten Punkt mit einem Seil um den Hals hinab gestoßen zu werden.

Als Ellen beim abendlichen Joggen den Toten sieht, erstarrt sie vor Panik. Sie kennt das Opfer und sie hätte ein Motiv diesen Mord zu begehen.

Wann wird sie in Verdacht geraten und was passiert noch?

Das Thriller-Debut von Lars Menz hat mir gut gefallen. Der Thriller ist spannend, hat kurze knappe Kapitel, ist unkompliziert geschrieben, zeigt das Misstrauen und die gegenseitigen Verdächtigungen im Dorf und beleuchtet die psychischen Belastungen und Verletzungen von Ellen.

Die einzelnen Protagonisten sind nicht unbedingt sympathisch, stecken aber tief in Ellens Schuld. Ellen selber leidet und durchlebt die schlimmsten Stunden ihres Lebens immer und immer wieder. Ihr fällt es schwer Vertrauen zu fassen. Der Autor beleuchtet aus verschiedenen Perspektiven deutlich, dass einige Bewohner des Dorfes schreckliche Verbrechen vertuscht und zudem Ellen verraten haben.

Die Folterungen und Morde werden aus der Perspektive des Mörders beschrieben. Ellen, der Lokalreporter, der ehemalige Polizist und wir Leser rätseln fast bis zum Schluss, wer der mysteriöse Mörder bzw. Rächer sein könnte. Den Spannungsbogen jongliert Lars Menz durch kurze Kapitel und ständigen Perspektivenwechsel in gleichbleibender Höhe.

Egal ob Lars Menz Ellens Geschichte weitererzählt oder sich einem anderen Thema in seinem nächsten Thriller widmet, ich freue mich drauf.

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