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Falsche Erwartungen

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Aufgrund einer Lebenskrise nach einem Schlaganfall zieht der mitte-50-jährige Autor zu seiner Mutter, die auch schon ca. 85 Jahre alt ist, aufs Land.

Er versucht sein Gleichgewicht wiederzufinden und sucht nach einer Möglichkeit wieder schreiben zu können.

Er versucht über seine Mutter und sein Leben wieder Geschichten zu schreiben.

Ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht, wie ich diesen Roman bewerten soll.

Dieser Roman und seine fünf Vorgänger wurden mir von allen Seiten wärmstens empfohlen. Ich muss allerdings sagen, dass er mich nicht vom Hocker gehauen hat.

Anfänglich als die ersten Geschichten und Anekdoten über sich und seine Mutter erzählt wurden, wusste ich nicht viel damit anzufangen. Zumal, wenn ein Familienvater mitte-fünfzig, allein mehrere Wochen bei seiner Mutter verbringt, möchte ich schon wissen, warum und wie er sich mit seiner Mutter austauscht und bei ihr Rat sucht. Aber er begründet seinen Aufenthalt gegenüber seiner Mutter gar nicht, sondern beschreibt ihre Lebensweise, ihren Charakter, ihre Vergangenheit und zwischendurch Anekdoten aus seinem Schauspieler-Dasein.

Mit der Zeit (so schnell gebe ich nicht auf) stellte ich fest, dass mir seine Wortwahl, sein Erzählstil und die bildhafte Beschreibung mit verknüpftem Humor immer besser gefiel.

Erst als ich keine Erklärungen oder keinen fortlaufenden Roman mehr suchte, konnte ich mich von den Geschichten treiben lassen und sie genießen.

Vielleicht ist das Erzählen von Geschichten über die Vergangenheit und Gegenwart seiner Mutter, Anekdoten über seine Zeit am Theater und seine eigene Vergangenheit, eingebettet in die Geschichte seines 10-wöchigen Aufenthalts bei seiner Mutter, der spezielle Erzählstil von Joachim Meyerhoff, ich kenne seine vorherigen Bücher nicht.

Bei diesem speziellen Erzählstil fühle ich mich leider nicht gut aufgehoben.

Wobei – es ist nur meine Meinung …

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