Veröffentlicht in Krimis

Solider Krimi

🦊 🦊 🦊 🦊 🦊

Helmut Gepken, 75 Jahre alt, wird mit einer Überdosis Insulin getötet. Hauptkommissarin Hanna Will und Kriminalpsychologe Jan de Bruyn werden aus Damme angefordert.

Die mit den Beamten vor Ort gebildete Soko findet keine Ermittlungsansätze. Helmut Gepken lebte seit seiner Scheidung zurückgezogen und hatte kaum Kontakte nach außen.

Eine mögliche Spur führt Hanna in die dunkle Vergangenheit deutscher Geschichte. Sie versucht aus dem gebrochenen Vater/Sohn-Verhältnis irgendwelche Rückschlüsse auf ein Tatmotiv zu finden.

Ich liebe die Krimireihe um Hauptkommissarin Hanna Will und Kriminalpsychologe Jan de Bruyn. Das ist jetzt der vierte Band dieser Reihe und es macht mir besonderen Spaß die Entwicklung dieser beiden unterschiedlichen Charaktere zu verfolgen. Das jetzige Liebespaar konnte und wollte anfänglich nicht miteinander arbeiten. Die langsame Entwicklung einer Partnerschaft ist von Anna Johannsen sehr behutsam erarbeitet worden und ist daher auch nie kitschig gewesen. Hanna und Jan sind ein eher gegensätzliches Paar und hinterfragen immer wieder in Gedanken und auch Diskussionen die Kontinuität ihrer beruflichen und privaten Partnerschaft.

Das hält sie aber nicht von ihren Ermittlungen ab. Sie bestärken, unterstützen und bremsen sich zuweilen, um das Optimum aus ihrer unterschiedlichen Arbeitsweise zu erzielen. Diskussionen und harte Auseinandersetzungen sind dabei nicht ausgeschlossen.

In vorliegendem Fall verbeißt sich Hanna regelrecht in ihrer Theorie, dass das Motiv für das Verbrechen in der Vergangenheit liegt, während der Rest der Soko anderen Spuren nachgeht.

Anna Johannsen bildet die aufwendige und manchmal hürdenreiche Polizeiarbeit realistisch ab. Die akribische Spurensuche der Mediziner, Techniker und Polizeibeamten wird nachvollziehbar aufgezeichnet.

Die einzelnen Protagonisten werden sehr genau beobachtet und beschrieben. Emotionswechsel während eines Verhörs werden so genau vom Kriminalpsychologen gelesen, dass man das Gefühl hat, danebenzustehen.

Hinterlasse einen Kommentar