
🦊 🦊 🦊 🦊 🦊
Während ihre Großmutter Änne nach einem schweren Sturz im Koma liegt, findet Laura ein geheimnisvolles Kästchen mit Briefen und Bildern aus Ännes Vergangenheit, was unerwartete Fragen aufwirft.
Lauras Oma wacht nicht mehr aus dem Koma auf und kann Laura ihre drängenden Fragen nicht mehr beantworten. Kurz entschlossen reist Laura nach Ännes Beerdigung nach Schlesien um den ehemaligen Gutshof, Ännes Elternhaus, zu suchen.
Vielleicht findet sie jemanden in der Umgebung von Ännes Elternhaus, der Licht ins Dunkel ihrer Familiengeschichte bringen kann.
Das ist mein erstes Buch von Miriam Georg und ich stelle fest, dass mich ihr Schreibstil sofort gefesselt hat. Schon im Prolog kommt eine Stimmung rüber, die mich sehr berührt hat und gleich in die Geschichte zog.
Ännes Tochter und Enkelin, Ellen und Laura, so unterschiedlich sie auch sind, werden gut beschrieben, bleiben aber im Laufe der Geschichte etwas blass.
Wir erleben ein ganzes Meer von Gefühlen, Vorfreude, Freude, Enttäuschung, Verlorenheit. Miriam Georg gelingt es, alle Gefühle herauszuarbeiten und mit einer interessanten vergangenen Geschichte zu verknüpfen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass beide Erzählstränge auch unterschiedliche Gefühlsebenen haben. Die Vergangenheit in Schlesien ist sehr gefühlvoll beschrieben, die Landschaft, Karl, Luise und Änne kann man so eingehend betrachten, dass man das Gefühl hat unter ihnen zu leben. Die Gegenwart ist voller unterdrückter oder sogar schon vergrabener Gefühle, dass es mir manchmal kalt den Rücken runterläuft.
Manche Zufälle, die Laura den Weg zum Pappelhof weisen, scheinen mir etwas weit hergeholt. Das Nachwort der Autorin lässt mich aber erahnen, dass das wirkliche Leben oft sensationelle Wendung aufzeigen kann.
Miriam Georg zeigt uns die verzweifelte Situation, mit der Menschen nicht nur in Schlesien zurechtkommen mussten. Die Kriegsgräuel waren fast unvorstellbar, nicht nur für die Soldaten, sondern auch für die Zivilbevölkerung.
Mehr zum Inhalt möchte ich gar nicht schreiben, um nicht zu spoilern. Nur so viel, dieser Familienroman ist äußerst lesenswert und er lässt den Leser lange nicht los.
