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Ein Jahr lang kostenlos im hochmodernen Pramtower mitten in Berlin wohnen. Was für ein Angebot für die arbeitslose und bald wohnungslose Galeristin Nova. Sie zieht in ein Luxus-Apartment mit KI gesteuertem Superservice.
Nach kurzer Zeit wird ihr jedoch klar, einiges ist seltsam in diesem Haus. Die Vormieterin ihres Apartment hat Selbstmord begangen, die Nachbarn verhalten sich eigentümlich genauso wie die KI. Nova muss die Wahrheit herausfinden, bevor es auch für sie zu spät ist.
Was für ein Plot! Anfänglich war ich skeptisch. Wer nimmt schon so einen Gewinn an, aber Ivar Leon Menger hat daraus einen spannenden, Gänsehaut machenden Thriller gebastelt, der mich an mehreren Abenden atemlos zurückgelassen hat.
Eigentlich inszenierte Menger ein 381 Seiten langes Kammerspiel, was mir erst gegen Ende des Buches gewusst wurde. Die Szenen spielen hauptsächlich im Pramtower und bereiten eine Stimmung, die dem Leser manchmal das Atmen schwer werden lässt.
Die KI-Überwachung empfand ich, ähnlich wie Nova, anfangs als sprachlos machender Luxus, im Laufe der Geschichte wurde sie aber zunehmend bedrohlicher. Im Grunde bestätigt der Autor alle bestehenden Ängste der KI gegenüber. Sollen wir noch skeptischer und vorsichtiger gegenüber der KI werden? Oder werden wir spannungsgeladen unterhalten? Vorsicht ist sicher geboten, aber ich denke, Herr Menger wollte uns eher unterhalten.
Nova wirkt auf mich zweidrittel des Buches naiv, wie ein kleines Kind unterm Weihnachtsbaum. Selbst in ihrer Not vertraut bzw. misstraut sie den falschen Menschen. Trotzdem gelingt es dem Autor den Leser zu fesseln und immer wieder Überraschungen einzuflechten, sodass ich das Buch nicht aus der Hand legen mochte.
Die Bücher von Iva Leon Menger überraschen mich immer wieder durch komplett unterschiedliche Szenarien, die unglaublich spannend und faszinierend sind.
Chapeau! Bitte immer weiter so!
